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Kann! Mutt! Löppt! Platt!
Qualifizierung „Niederdeutsch für Lehrkräfte an Schulen des Primarbereichs“

Bek. des NLQ (SVBl. 9/2018 S. 498)

Mit der Regionalsprache Niederdeutsch (Plattdeutsch) und der Minderheitensprache Saterfriesisch besitzt Niedersachsen neben der Amtssprache zwei so genannte kleine Sprachen, die eine Jahrhunderte alte Tradition aufweisen und einer besonderen Förderung bedürfen, um sie zu erhalten. So sieht der Bildungsauftrag im Niedersächsischen Schulgesetz vor, dass die Schülerinnen und Schüler fähig werden sollen, „ihre Wahrnehmungs- und Empfindungsmöglichkeiten sowie ihre Ausdrucksmöglichkeiten unter Einschluss der bedeutsamen jeweiligen regionalen Ausformung des Niederdeutschen oder des Friesischen zu entfalten“.

Die Schulen sind aufgefordert, die in den Kerncurricula Deutsch verankerte Sprachbegegnung fächerübergreifend wirksam werden zu lassen und über den Fachunterricht hinaus Angebote zum aktiven Sprachgebrauch bzw. zum Spracherwerb im wahlfreien Unterricht (Arbeitsgemeinschaften), in Projekten und im Ganztagsschulbetrieb zu unterbreiten. Darüber hinaus regelt der Erlass „Die Region und ihre Sprachen im Unterricht“ (RdErl. d. MK v. 7.7.2011), dass Grundschulen ausgewählte Fächer der Pflichtstundentafel als Immersionsunterricht in der Regional- oder der Minderheitensprache erteilen können.

Perspektiven

Primar- und weiterführende Schulen, die sich nachhaltig um den Erwerb der Regionalsprache Niederdeutsch verdient machen und sie als Teil des Schulprofils sehen, kann der Titel „Plattdeutsche Schule“ durch das Niedersächsische Kultusministerium verliehen werden.

Zielgruppe und Zielsetzung

Die Qualifizierung „Niederdeutsch für Lehrkräfte an Schulen des Primarbereichs“ richtet sich an Lehrkräfte, die Niederdeutsch in ihren Unterricht integrieren wollen und die Bandbreite vorhandener Möglichkeiten nutzen wollen. Nach der Teilnahme an der Qualifizierung

  1. fördern sie die Sprachbegegnung Niederdeutsch in ihrem Unterricht,
  2. verfügen über Wissen für die Konzeption eines Sprachkurses Niederdeutsch und
  3. kennen Konzepte zur fächerübergreifenden Immersion.

Die teilnehmenden Lehrkräfte besitzen in der Regel keine oder nur geringe aktive plattdeutsche Sprachkenntnisse. Aber auch langjährige Platt-Sprecher sind willkommen. Die Teilnahme an der Qualifizierung zielt darauf ab, die sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf das Niveau A2 (Sprachanfänger) bzw. auf das Niveau B2 (erweiterte Sprachkenntnisse) zu heben.

Aufbau der Qualifizierung

Die Erarbeitung und Umsetzung der Konzeption erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen dem Niedersächsischen Kultusministerium, dem NLQ, den Beraterinnen und Beratern der Regionalsprachen der Niedersächsischen Landesschulbehörde sowie Projektlehrkräften Niederdeutsch.

Modul 1
Sprachpraxis Niederdeutsch - Grundkurs
10. - 14.12.2018, Stephansstift Hannover

Modul 2
Sprachbegegnung Niederdeutsch/Konzeption von Sprachkursen für Schülerinnen und Schüler
6. - 8.2.2019, Stephansstift Hannover

Modul 3
Konzepte regionalsprachlichen Sachfachunterrichts (Immersion)
27. - 29.3.2019, Stephansstift Hannover

Modul 4
Konzepte nachhaltiger Implementierung regionaler Mehrsprachigkeit in schulische Strukturen
21. - 22.5.2019, Stephansstift Hannover

Sprachpraktisches Kolloquium mit Prüfung
3. - 4.9.2019, Stephansstift Hannover

Der Unterricht findet einsprachig statt. Die in den Modulen angelegten Unterrichtsvorschläge, Konzepte und Methoden können direkt in den Unterricht übernommen werden.

Teilnahmevoraussetzungen

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen als Lehrkräfte an einer niedersächsischen Schule tätig sein. Die Zustimmung der Schulleitung muss vorliegen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldeschluss: 25.10.2018
Anmeldung: VeDaB 18.50.05

Weitere Informationen / Konzeption: Tel.: 05121 1695-215, E-Mail: christina.wilker@nlq.niedersachsen.de

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