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SCHULE:KULTUR! in Niedersachsen
Bek. des MK vom 16.9.2014 - 25-82 111 SK (SVBl. 10/2014 S. 534)

Landesweit haben 40 Schulen vornehmlich aus dem Sekundarbereich I die Möglichkeit, sich ab Februar 2015 zu einer Schule mit einem kulturellen Profil zu entwickeln. Die geförderte Projektlaufzeit beträgt drei Jahre. Das Projekt wird vom Niedersächsischen Kultusministerium (MK) sowie dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) durchgeführt und von der Stiftung Mercator gefördert.

Projektidee

Das Projekt SCHULE:KULTUR! in Niedersachsen nutzt Kultur als Medium und „Motor” für einen ganzheitlichen Schulentwicklungsprozess. Dabei geht es darum, dass Kultur in den Unterricht aller Fächer hineinwirkt und zudem lebendiges Lernprinzip und Gestaltungselement im gesamten Schulalltag ist.

Die Herausforderung besteht darin, verlässliche Strukturen und „Gelingensbedingungen“ zu schaffen, damit sich ein fächerübergreifendes kulturelles Bildungsangebot entfalten kann, das langfristig zur Verbesserung der Schulqualität beiträgt. Dieses Vorhaben kann nur gelingen, wenn es von der gesamten Schulgemeinschaft und den außerschulischen kulturellen Partnerinnen / Partnern mitgetragen wird. Die Entwicklung lokaler Kooperationen zwischen Schule und Kulturanbietern soll gezielt gestärkt werden.

Zu den außerschulischen Akteuren gehören deshalb neben Künstlerinnen und Künstlern insbesondere das in der pädagogischen Vermittlung qualifizierte und erfahrene Personal in The ater, Theaterpädagogischen Zentren, Museen, Kunstvereinen, Filmeinrichtungen, sozio- und interkulturellen Einrichtungen, Bibliotheken, Einrichtungen der Denkmal-, Heimatpflege und der Archäologie sowie Musik- und Kunstschulen. Für die Zusammenarbeit mit kulturellen Partnern werden im Rahmen des Projekts finanzielle Ressourcen bereitgestellt.

Die Grundidee und das Konzept werden gemeinsam mit der „Bundesakademie für Kulturelle Bildung“ in Wolfenbüttel (ba), dem „Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung“ (NLQ), der „Niedersächsischen Landesschulbehörde“ (NLSchB) sowie der „Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung“ (LKJ) entwickelt. Das Gesamtprojekt wird von einem in den Ministerien angesiedelten Steuerungsteam koordiniert.

Projektumsetzung

Die Umsetzung des Projekts gestaltet jede Schule in Zusammenarbeit mit ihren außerschulischen kulturellen Partnern individuell. Initiiert, gesteuert und unterstützt wird dieser Prozess durch eine Lehrkraft möglichst aus den kulturellen Fächern der beteiligten Schulen, die im Rahmen des Projekts zur Kulturkoordinatorin bzw. zum Kulturkoordinator über drei Jahre im Rahmen einer Fortbildungsmaßnahme (bestehend aus vier Fortbildungsmodulen) qualifiziert wird, in denen auch die Aspekte der Schulentwicklung und des Ganztags Berücksichtigung finden. Darüber hinaus werden weitere Lehrkräfte aller Fächer auf Fachtagen neigungsspezifisch fortgebildet. Die Kosten der Fortbildungsmaßnahmen, die Fahrtkosten und die Übernachtung werden vom NLQ sowie von der ba übernommen.

Rolle der Kulturkoordinatorin / des Kulturkoordinators

Für die Tätigkeit und die damit schulintern verbundenen Aufgaben erhält jede Kulturkoordinatorin / jeder Kulturkoordinator vom Niedersächsischen Kultusministerium für die dreijährige Projektlaufzeit eine Anrechnungsstunde. Zudem wird erwartet, dass die beteiligten Schulen der Kulturkoordinatorin / dem Kulturkoordinator eine zeitliche Entlastung im Umfang einer weiteren Lehrerwochenstunde über den genannten Zeitraum gewähren.

Unterstützt und beraten werden die Kulturkoordinatorinnen und Kulturkoordinatoren von der Landeskoordination Schule und den sogenannten regionalen Trainer-Teams, die sich aus je einer Schulentwicklungsberaterin / einem Schulentwicklungsberater und je einer Fachberaterin / einem Fachberater der kulturellen Fächer zusammensetzen.

Die Schulen sollten eine Stellvertreterin bzw. einen Stellvertreter (vorzugsweise fachfremd) der Kulturkoordinatorin / des Kulturkoordinators benennen, die / der ebenfalls an den Fortbildungen teilnimmt.

Die Kulturkoordinatorinnen und Kulturkoordinatoren

– initiieren, strukturieren und moderieren den auf SCHULE: KULTUR! bezogenen Schulentwicklungsprozess an ihren Schulen und arbeiten in der schulischen Steuergruppe mit,

- arbeiten auf Augenhöhe mit ihren kulturellen Partnern zusammen,
- dokumentieren die Projekterfahrungen und -ergebnisse,
- betreuen in Zusammenarbeit mit der Schulleitung die Evaluation im Rahmen des Projektes und
- vernetzen sich und arbeiten mit anderen Projektschulen ihrer Region zusammen.

Um diese Aufgaben wahrnehmen zu können, nehmen die Kulturkoordinatorinnen / Kulturkoordinatoren teil an

- den vier regional organisierten Fortbildungsmodulen (jeweils à zwei Tage) (die genauen Termine sowie die Orte werden noch bekannt gegeben),
- den Rahmenveranstaltungen (Auftakt-, Zwischenauswertungs-, Endauswertungsveranstaltung) sowie an insgesamt drei Fachtagungen.

Die Kulturkoordinatorinnen bzw. Kulturkoordinatoren erwerben während der Projektlaufzeit Kompetenzen im Bereich der Prozesssteuerung und Moderation.

Rolle der Schule und der Schulleitung

Die Schule verpflichtet sich durch Gesamtkonferenzbeschluss sowie Beschluss des Schulvorstandes zur Teilnahme an dem Projekt. Sie plant die schuleigene Akzentsetzung im Rahmen des Projekts, setzt sie mit Unterstützung der Kulturkoordinatorin / des Kulturkoordinators in der Projektlaufzeit um und sorgt für Nachhaltigkeit.

Die Schulleitung bzw. die schulinterne Steuergruppe

- unterstützt in geeigneter Form (z. B. durch günstige Rahmenbedingungen und Information der Eltern) die Arbeit der Kulturkoordinatorin / des Kulturkoordinators und deren Vertretung sowie des gesamten Kollegiums bei der Planung und Umsetzung von SCHULE:KULTUR!,
- fördert die Zusammenarbeit mit den kulturellen Partnern,
- nimmt an den beiden prozessbegleitenden Veranstaltungen (nur die Schulleitung) sowie an den drei Rahmenveranstaltungen teil,
- unterstützt auch in den Folgejahren die Nachhaltigkeit des Schulentwicklungsprozesses und den Kontakt zu den anderen Projektschulen.

Bewerbungsverfahren

Interessierte Schulen bewerben sich per E-Mail und auf dem Dienstweg um die Teilnahme an diesem Projekt bis zum 5.12.2014 beim Niedersächsischen Kultusministerium, Herrn Stagge, Referat 25, Schiffgraben 12, 30159 Hannover, E-Mail: sven.stagge@mk.niedersachsen.de.

Bei Rückfragen können sie sich auch an den Landeskoordinator Schule, Herrn Borges, wenden, E-Mail: borges@schule-durchkultur.de.

Inhalt der Bewerbung ist

- ein Gesamtkonferenzbeschluss sowie ein Beschluss des Schulvorstandes, die die Projektteilnahme als Schwerpunkt der innerschulischen Qualitätsentwicklung und die Entwicklung eines schuleigenen Konzepts SCHULE:KUL-TUR! befürworten,
- die Benennung der als Kulturkoordinatorin / Kulturkoordinator vorgesehenen Lehrkraft mit kultureller Expertise,
- die Benennung einer Vertretung zur Unterstützung der Kulturkoordinatorin / des Kulturkoordinators, vorzugsweise aus anderen als den künstlerischen Fächern. An drei- und mehrzügigen Schulen sollte dafür ein Mitglied der schulischen Steuergruppe bestimmt werden,
- eine kurze Begründung für den Teilnahmewunsch mit Darstellung der derzeitigen Aktivitäten der Schule im Bereich der Schulentwicklung, auf dem Feld der kulturellen Bildung und Praxis sowie im Bereich Kooperationen und Projektarbeit,
- eine Ideenskizze für eine mögliche Umsetzung des Konzepts, die ggf. mögliche kulturelle Partner benennt.

Mit Einreichung der Unterlagen erklärt sich die Schule zu Folgendem bereit:

Freistellung der Kulturkoordinatorin / des Kulturkoordinators und deren Vertretung durch die Schulleitung für die Fortbildungen und die Rahmenveranstaltungen sowie Frei - stellung von bis zu 15 Lehrkräften zur Teilnahme an den Fachtagungen,
- Mitarbeit der Kulturkoordinatorin / des Kulturkoordinators in der schulischen Steuergruppe,
- Einbindung von kultureller Bildung in das bestehende Schulprogramm zur Entwicklung eines kulturellen Schulprofils,
- partnerschaftliche Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern aus dem Bereich der kulturellen Bildung,
- Dokumentation der Projekterfahrungen und -ergebnisse,
- Durchführung einer Evaluation zur Projektmitte und zum Projektende,
- Vernetzung und Erfahrungsaustausch mit anderen Projektschulen innerhalb der Region,
- Teilnahme der Schulleitungen an den Rahmenveranstaltungen und prozessbegleitenden Veranstaltungen,
- Entlastung der Kulturkoordinatorin / des Kulturkoordinators im Umfang einer zusätzlichen Anrechnungsstunde seitens der Schule für die dreijährige Projektlaufzeit.

Weitere Informationen

Zur Vorstellung des Projekts SCHULE:KULTUR! finden Informationsveranstaltungen mit Vertretern der Ministerien und der beteiligten Partner statt, zu der alle interessierten Schulen herzlich eingeladen sind. SCHULE:KULTUR! wird am 13.11.2014 auf der „Landesfachtagung für Ganztagsschulen“ in Niedersachsen vertreten sein (vgl. Hinweis unter „Mitteilungen aus dem MK“).

Weitere Termine werden über die Internetseiten der Ministerien, die Newsletter der NLSchB und im kommenden Schulverwaltungsblatt November bekannt gegeben.

Einen Bewerbungsbogen und weitere Informationen finden Sie demnächst unter der Adresse: www.schuledurchkultur.de.

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