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Schulanfangsaktion 2008
Gem. RdErl. d. MK, MW und MI u 5.5.2008 - 23.4-81609/5

Die Schulanfangsaktion im Jahr 2008 setzt das als langfristige Kampagne konzipierte Projekt „Kleine Füße” fort. Die Aktion hat vorrangig präventiven Charakter. Sie betont den Schutz der Kinder im Straßenverkehr und richtet sich sowohl an Erstklässlerinnen und Erstklässler als auch an Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer.

1. Die Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer können mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit für die mit dem Schulanfang verbundenen Gefahren sensibilisiert werden. Sowohl die Auftaktveranstaltung als auch die vorbereitenden Aktionen der Kooperationspartner auf regionaler Ebene sind insoweit ein wichtiger Bestandteil der Aufklärungskampagne.

2. Die Kampagnenmaterialien (Faltblatt, Plakat) wurden im letzten Jahr inhaltlich und gestalterisch überarbeitet.

2.1 Der Flyer wendet sich vorrangig an die Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer und gibt Hinweise zum sicheren Verhalten gegenüber Kindern im Verkehr. Er steht in ausreichender Stückzahl zur Verfügung und kann zur Unterstützung einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit dienen.

2.2 Die Plakate sind im Format DIN A3 ausgeführt und sprechen ebenfalls vorrangig die Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer an.

2.3 Zu der Aktion wird ein Malheft angeboten. Das Heft illustriert unter Verwendung der Sympathiefigur „Matze” in vier kurzen Bildergeschichten jeweils verkehrssicherheitsbezogene Themen rund um den Schulweg. Das Malbuch ist zur unterrichtsbegleitenden Verkehrssicherheitserziehung geeignet. Für jede Schulanfängerin und jeden Schulanfänger soll ein Exemplar zur Verfügung stehen. Des weiteren steht das Malbuch als Download im NiBiS unter www.nibis.de/nibis.phtml/?merid= 840 zur Verfügung.

3. Neben den Maßnahmen mit vorrangig appellativem Charakter umfasst das Aktionsprogramm eine Reihe wirkungsvoller Instrumente zur sicheren Gestaltung des Schulwegs:

3.1 Wie in den Vorjahren sollen an geeigneten Örtlichkeiten im Verlauf des Schulwegs gelbe Farbmarkierungen in Form von kleinen Füßen aufgebracht werden, um Kinder gezielt zu gefahrenreduzierten Querungsstellen zu leiten. Die Markierungen sollen eine Länge von wenigen Metern nicht überschreiten und dürfen grundsätzlich nicht auf Fahrbahnen und Radwegen angelegt werden. An Querungsstellen sollen die „Kleinen Füße” in geschlossener Stellung in Höhe der Randsteine aufgebracht werden. Durch die Markierungen erfahren die pädagogischen Maßnahmen zum Erlernen des Schulwegs eine wirkungsvolle Unterstützung.

3.2 An gefahrenträchtigen Querungsstellen, können Schüler- und Elternlotsen eingesetzt werden. Hinweise finden sich unter www.landesverkehrswacht.de.

3.3 Schulwegpläne stellen eine besonders geeignete Möglichkeit zur weiteren Erhöhung der Sicherheit auf dem Schulweg dar. In Schulwegplänen werden sowohl gefahrenreduzierte Wege als auch gefahrenträchtige Stellen dargestellt. Die Vorarbeiten für das Aktionsprogramm „Kleine Füße” sind insbesondere im Bereich der Verkehrsraumanalyse weitgehend identisch mit denen zur Erstellung eines Schulwegplans. Die Erarbeitung eines Schulwegplans im Zusammenhang mit dem Aktionsprogramm „Kleine Füße” ist daher sowohl unter arbeitsökonomischen als auch didaktischen Gesichtspunkten überaus sinnvoll. So gewährleistet die parallele Verwendung der gelben Fußstapfen sowohl in einem Schulwegplan als auch in der Verkehrswirklichkeit eine einheitliche und einprägsame Symbolsprache.

Praktische Gestaltungs- und Arbeitshinweise zur aufwandschonenden Erstellung eines Schulwegplans mittels des GIS-gestützten Internetprogramms „SchulwegPlaner” finden sich auf der Internetseite www.schulwegplaner.de. Mit Hilfe dieses EDV-Programms können Schulwegpläne in einem selbsterklärenden Verfahren mit vergleichsweise geringem Aufwand, z.B. durch Eltern von Schulkindern mittels eines handelsüblichen PC inkl. Internetverbindung erstellt werden.

Weitere allgemeine Hinweise zum Thema Schulwegpläne finden sich u.a. unter www.landesverkehrswacht.de/angebote/kinder-und-eltern/schulwegplan.html und www.verkehrstechnischesinstitut.de/content/download brosch.htm.

3.4 Eine gute Alternative zu dem vielfach praktizierten Transport der Schülerinnen und Schüler mit dem Auto stellt das Modell des „Bus auf Füßen” (Walking Bus) dar. Dabei legen Schülerinnen und Schüler der 1. und 2. Klassen den Schulweg gemeinsam zurück. Schulkinder können sich dem „Bus auf Füßen” an bedarfsgerecht festgelegten „Haltestellen” anschließen und so den Schulweg in einem sicherheitsfördernden Rahmen absolvieren. Beispiele für die praktische Gestaltung des Modells des „Bus auf Füßen” finden sich unter www.walkingbus.de, www.lernwerkstadt.de/227.html oder www.schulexpress.de/index.htm.

3.5 Eine Kombination der oben beschriebenen Maßnahmen kann die Sicherheit der Schulanfänger auf ihrem Schulweg deutlich steigern. Die Verkehrsbehörden und die Polizei werden gebeten, entsprechende Initiativen von Grundschulen oder Elternvertretungen (örtliche Initiativen) zu unterstützen.

4. Sonstige Maßnahmen und Hinweise:

4.1 Die zentrale Auftaktveranstaltung findet am Donnerstag, den 21.8.2008, in Hannover unter Beteiligung von Frau Ministerin Heister-Neumann statt.

4.2 Die als Symbol für die Schulanfangsaktion „Kleine Füße” eingeführte Sympathiefigur „Matze, das Zebra mit den gelben Füßen” wird im Rahmen der Auftaktveranstaltung durch kostümierte Personen in Lebensgröße dargestellt. „Matze” soll als „Busbegleiter” das Funktionsprinzip des „Bus auf Füßen” gegenüber den Medien verdeutlichen.

4.3 Bei Erwachsenen soll dafür geworben werden, sich insbesondere an Grundschulen als Schulweglotsen bzw. als „Busbegleiter” für den „Bus auf Füßen” zur Verfügung zu stellen.

4.4 Die Gemeinden als Träger der Straßenbaulast für Gehwege bzw. kombinierte Geh- und Radwege werden um ihr Einverständnis mit der Aufbringung der Markierungen der „Kleinen Füße” auf diesen Wegen gebeten.

4.5 Die zum Aufbringen der „Kleinen Füße” auf die Gehwege erforderlichen Schablonen sind bei den Schulen bereits aus den letztjährigen Aktionen vorhanden. Das zur Gewährleistung eines einheitlichen Erscheinungsbildes erforderliche gelbe Markierungsspray ist von den Schulen auf eigene Kosten zu beschaffen.

4.6 Die Materialzusammenstellung unterstützt die Gestaltung individueller, auf die jeweilige örtliche Situation abgestimmter Verkehrssicherheitsaktionen. Schulen und Polizei werden gebeten, vor Schulbeginn und in den darauf folgenden Wochen Verkehrssicherheitsaktionen durchzuführen und dabei auch eigene Schwerpunkte zu setzen. Die Integration der Polizeipuppenbühnen in den Programmablauf regionaler Verkehrssicherheitsaktionen bietet sich besonders an.

4.7 Die Aktionsplakate, Flyer und Malbücher werden der Koordinierungsstelle für polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit in Niedersachsen übersandt. Die Koordinierungsstelle gewährleistet deren Verteilung an die Polizeiinspektionen.

4.8 Die Polizeibehörden werden gebeten, dem MI zum 14.11.2008 kurze Erfahrungsberichte im Hinblick auf die im Jahre 2009 durchzuführende Schulanfangsaktion zu übersenden.

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