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Verfahren zur Übertragung von Ämtern im Schulaufsichtsdienst
RdErl. d. MK v. 4.8.2010 - 11-03 043 (SVBl. 9/2010 S.320), geändert durch RdErl. v. 4.10.2011 (SVBl. 12/2011 S.480) - VORIS 20411 -
Bezug: RdErl. d. MK v. 24.2.2006 (SVBl. S.110) - VORIS 20411 -

I. Ämter im Schulaufsichtsdienst

Ämter im Schulaufsichtsdienst sind

  1. das Amt der Regierungsschulrätin oder des Regierungsschulrats (BesGr. A 14 BBesO)
  2. das Amt der Regierungsschuldirektorin oder des Regierungsschuldirektors (BesGr. A 15 BBesO)
  3. das Amt der Leitenden Regierungsschuldirektorin oder des Leitenden Regierungsschuldirektors (BesGr. A 16 BBesO).

Ämter im Schulaufsichtsdienst sind bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde und in der für die Schulinspektion zuständigen Organisationseinheit des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung eingerichtet.

II. Voraussetzungen für die Übertragung eines Amtes im Schulaufsichtsdienst

  1. Die erstmalige Übertragung eines Amtes im Schulaufsichtsdienst setzt voraus, dass die Bewerberin oder der Bewerber
    a) ein vom Kultusministerium bestimmtes Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen hat (§ 13 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 und Satz 3 NLVO-Bildung) und
    b) nach der Übertragung eines Dienstpostens im Schulaufsichtsdienst eine vom Kultusministerium bestimmte Qualifizierung (Anlage) erfolgreich abgeschlossen sowie die Eignung für den Schulaufsichtsdienst unter Beweis gestellt hat (§ 13 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 und Satz 3 NLVO-Bildung).
  2. Das Auswahlverfahren gemäß Nr. 1 Buchstabe a ist nach Maßgabe von Abschnitt III Nr. 2 auch für Bewerberinnen und Bewerber verpflichtend, die bereits ein Amt im Schulaufsichtsdienst innehaben und innerhalb des Schulaufsichtsdienstes ein höheres Amt anstreben.
  3. Zur Teilnahme an einer Qualifizierung gemäß Nr. 1 Buchstabe b sind auch Beamtinnen und Beamte verpflichtet, die bereits ein Amt im Schulaufsichtsdienst innehaben und sich außerhalb ihres derzeitigen Verwendungsbereiches um einen anderweitigen Dienstposten im Schulaufsichtsdienst erfolgreich beworben haben.
  4. Bewerbungsvoraussetzungen für die erstmalige Übertragung eines Amtes im Schulaufsichtsdienst
    Lehrkräfte, die über eine Lehrbefähigung gemäß NLVO-Bildung verfügen, können sich um eines der unter Abschnitt I genannten Ämter bewerben.
    Die Bewerberin oder der Bewerber muss über mehrjährige Berufserfahrung im Schuldienst verfügen und mehrjährig eine herausgehobene Funktion im Schuldienst, in der Schulverwaltung oder vergleichbaren Einrichtungen erfolgreich wahrgenommen haben.
    Die Übertragung des Amtes einer Leitenden Regierungsschuldirektorin oder eines Leitenden Regierungsschuldirektors (BesGr. A 16 BBesO) setzt zudem eine mehrjährige erfolgreiche Tätigkeit in einem Amt der Besoldungsgruppe A 15 oder A 16 in Schule oder Studienseminar oder in herausgehobener Position in der Schulverwaltung oder vergleichbaren Einrichtungen voraus.
    Die konkreten Voraussetzungen ergeben sich aus der Stellenausschreibung.
  5. Bewerbungsvoraussetzungen für die Übertragung eines Amtes im Schulaufsichtsdienst
    Beamtinnen und Beamte, die bereits ein Amt im Schulaufsichtsdienst innehaben, können sich grundsätzlich um ein gleichwertiges oder höheres Amt im Schulaufsichtsdienst bewerben.
    Die Übertragung des Amtes einer Leitenden Regierungsschuldirektorin oder eines Leitenden Regierungsschuldirektors (BesGr. A 16 BBesO) setzt voraus, dass die Bewerberin oder der Bewerber mehrjährig erfolgreich ein Amt im Schulaufsichtsdienst ausgeübt hat.
    Die konkreten Voraussetzungen ergeben sich aus der Stellenausschreibung.

III. Auswahlverfahren zu Ämtern im Schulaufsichtsdienst

1. Ausschreibungs- und Bewerbungsverfahren

Das Kultusministerium schreibt nach Bedarfslage landesweit die an den genannten Behörden zu besetzenden Dienstposten aus. Niedersächsische Landesschulbehörde und Niedersächsisches Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung melden dazu dem Kultusministerium frühzeitig die voraussichtlich zu besetzenden Dienstposten.

Bewerbungen sind unter Angabe der angestrebten Funktion und unter Beifügung eines tabellarischen Lebenslaufs sowie einer Einverständniserklärung zur Einsichtnahme in die Personalakte innerhalb von vier Wochen nach Veröffentlichung der Stellenausschreibung auf dem Dienstweg an das Niedersächsische Kultusministerium zu richten.

2. Auswahlverfahren

Unter den Bewerberinnen und Bewerbern, die die genannten Voraussetzungen erfüllen, wird ein Verfahren zur Prüfung ihrer Eignung für die angestrebte Tätigkeit durchgeführt. Es ist zulässig, dass Bewerberinnen und Bewerber verschiedener Bewerbungsverfahren in einem gemeinsamen Prüfungsdurchgang auf ihre Eignung hin überprüft werden.

a) Auswahlkommission

Die Überprüfung erfolgt durch eine Kommission, der folgende Mitglieder angehören:

aa) für Ämter bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde die Leiterin oder der Leiter der für den jeweiligen schulfachlichen Bereich und für Ämter in der Schulinspektion beim Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung die Leiterin oder der Leiter der für die Inhalte der Schulinspektion zuständigen Abteilung des Kultusministeriums jeweils als Vorsitzende oder Vorsitzender der Kommission,
bb) die Leiterin oder der Leiter der für die Aufsicht über die nachgeordneten Behörden zuständigen Abteilung des Kultusministeriums als stellvertretende Vorsitzende oder stellvertretender Vorsitzender,
cc) für Ämter bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde und in der Schulinspektion beim Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung die Leiterin oder der Leiter des für den jeweiligen schulfachlichen Bereich zuständigen Referates des Kultusministeriums,
dd) die Leiterin oder der Leiter der Niedersächsischen Landesschulbehörde oder des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung

oder deren oder dessen Vertreterin oder Vertreter. Die Vertreterin oder der Vertreter kann sich im Falle der Verhinderung nur durch fachlich zuständige Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter vertreten lassen.

b) Grundlagen der Eignungsüberprüfung

Grundlagen der Eignungsüberprüfung durch die Kommission sind für Bewerberinnen und Bewerber gemäß Abschnitt II Nr. 4:

aa) abweichend von den für die Lehrkräfte erlassenen Beurteilungsrichtlinien ein standardisierter Leistungsbericht der oder des Vorgesetzten, der die bisherigen Arbeitsergebnisse der Bewerberin oder des Bewerbers insbesondere in der unterrichtlichen Tätigkeit und bei der Leitung von Konferenzen oder Dienstbesprechungen und besondere Initiativen, Vorhaben oder Arbeitsschwerpunkte berücksichtigt. Der Leistungsbericht dient dem zusätzlichen Erkenntnisgewinn über die Person der Bewerberin oder des Bewerbers. Er kann im Rahmen der Gesamtschau der während der Eignungsüberprüfung gezeigten Leistungen berücksichtigt werden.
bb) zwei Beratungsgespräche, die sich auf je eine Unterrichtsstunde anderer Lehrkräfte grundsätzlich in Schulen verschiedener Schulformen beziehen. Die Auswahl dieser Schulen trifft die Kommission, wobei die Schule der Bewerberin oder des Bewerbers nicht in Betracht kommt. Dabei soll im Bereich des allgemein bildenden Schulwesens eine Schule dem Sekundarbereich I angehören. Außerdem soll eine der ausgewählten Schulen einer Schulform angehören, an der die Bewerberin oder der Bewerber bisher nicht oder nicht überwiegend unterrichtet hat. Ein Beratungsgespräch bezieht sich auf für die Bewerberin oder den Bewerber fachfremden Unterricht. Im Gymnasial- und Gesamtschulbereich sind die Beratungsgespräche in den Sekundarbereichen I und II dieser Schulformen, im Bereich des berufsbildenden Schulwesens an einer Teilzeit- und einer Vollzeitschulform durchzuführen.
cc) eine sich auf die Besprechung und Beurteilung der beiden Unterrichtsstunden beziehende Reflexion.
dd) ein Assessmentverfahren, in dem insbesondere die Kenntnisse über Strukturen und Bildungsgänge im niedersächsischen Schulsystem, die Rechtsgrundlagen und die Kompetenzen in der Entwicklung von Schulqualität sowie der internen und externen Evaluation überprüft werden. Die Aufgabenstellungen sind grundsätzlich einzeln sowie in der Gruppe mündlich zu bearbeiten (standardisiertes Interview, Bearbeitung eines Fallbeispiels, Gruppenübung). Das dabei zu überprüfende Anforderungs- und Befähigungsprofil umfasst die Kompetenzbereiche „Fachkompetenz”, „Management- / Methodenkompetenz”, „Beratungs- / Sozialkompetenz” und „Leitungs- und Führungskompetenz”.

c) Verfahren

aa) Zu Beginn des Verfahrens werden gemäß Buchstabe a die Kommissionsmitglieder bestimmt. Die Zusammensetzung der Kommission ist für das gesamte Verfahren verbindlich. Für die Bestandteile der Eignungsüberprüfung gemäß Buchstabe b Doppelbuchstaben bb und cc wird aus der Kommission eine Teilkommission von zwei Mitgliedern gebildet, die der Gesamtkommission Bericht erstattet. Dabei muss mindestens ein Mitglied der Teilkommission aus dem zuständigen schulfachlichen Bereich kommen. Das Assessmentverfahren gemäß Buchstabe b Doppelbuchstabe dd wird von der gesamten Kommission durchgeführt.
bb) Eine Vertreterin oder ein Vertreter des Hauptpersonalrats beim Niedersächsischen Kultusministerium nimmt am Auswahlverfahren ab Buchstabe b Doppelbuchstabe dd ohne Stimmrecht teil. Das Recht, in gleicher Weise teilzunehmen, hat die Gleichstellungsbeauftragte im Niedersächsischen Kultusministerium. Dies gilt beim Vorliegen von Bewerbungen schwerbehinderter Menschen auch für die Hauptvertrauensperson der schwerbehinderten Menschen beim Niedersächsischen Kultusministerium. Die nicht stimmberechtigten Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden über die vorausgegangenen Feststellungen der Kommission rechtzeitig informiert.
Sofern es sich um eine schwerbehinderte Bewerberin oder einen schwerbehinderten Bewerber handelt, ist mit deren oder dessen Zustimmung vor Beginn der Eignungsüberprüfung ein Gespräch mit der Schwerbehindertenvertretung über den Umfang der Schwerbehinderung und die Auswirkungen auf die Arbeits- und Verwendungsfähigkeit zu führen. Hinsichtlich des Assessmentverfahrens wird ausdrücklich auf Nr. 4 („Prüfungserleichterungen und –bewertungen“) der Richtlinien zur gleichberechtigten und selbstbestimmten Teilhabe schwerbehinderter und ihnen gleichgestellter Menschen am Berufsleben im öffentlichen Dienst - Beschluss d. LReg v. 9.11.2004 - MI-15.3-03031/2.1 - (Nds.MBl. 2004, S.783) hingewiesen.
cc) Die Kommission erstellt für alle Bewerberinnen und Bewerber, die an der Eignungsüberprüfung teilgenommen haben, einen Eignungsbericht.
Im Rahmen der Eignungsüberprüfung bewertet jedes Mitglied der Teilkommission die von der Bewerberin oder dem Bewerber in den unter Buchstabe b Doppelbuchstaben bb und cc genannten Bereichen insgesamt gezeigten Leistungen mit einer Note der Notenstufen 1 bis 5, die wie folgt definiert sind:
1 – hervorragend geeignet
2 – gut geeignet
3 – geeignet
4 – noch geeignet
5 – nicht geeignet
Durch die Teilkommission wird auf der Grundlage der Einzelnoten die Durchschnittsnote für jede Bewerberin und jeden Bewerber ermittelt und in den Eignungsbericht aufgenommen. Die Gründe, die zu der Benotung geführt haben, sind darzulegen.
Am Assessmentverfahren gemäß Buchstabe b Doppelbuchstabe dd nehmen ausschließlich Bewerberinnen und Bewerber teil, deren Eignung mindestens mit „gut” bewertet wurde, deren Durchschnittsnote also besser als 2,5 ist. Die Bewerberin oder der Bewerber, die oder der nicht am Assessmentverfahren teilnimmt, erhält eine Fassung des Eignungsberichts, eine weitere wird zur Personalakte genommen.
Buchstabe b Doppelbuchstaben aa bis cc gilt nicht für Bewerberinnen und Bewerber, die bereits ein Amt im Schulaufsichtsdienst innehaben. Diese Bewerberinnen und Bewerber erhalten eine dienstliche Beurteilung gemäß Beschluss d. LReg. v. 12.12.2006 - MI - 15.31 - 03002/2.3.2 - „Dienstliche Beurteilung der Beschäftigten im unmittelbaren Landesdienst”. Am Assessmentverfahren nehmen ausschließlich Bewerberinnen und Bewerber teil, deren dienstliche Beurteilung mindestens mit der Rangstufe „C” oder besser abschließt.
Im Rahmen des Assessmentverfahrens bewertet jedes Kommissionsmitglied die von der Bewerberin oder dem Bewerber bei jeder Aufgabe gezeigten Leistungen mit einer Note der Notenstufen 1 bis 5. Die oder der Vorsitzende der Kommission ermittelt hieraus für jede Bewerberin und jeden Bewerber die Durchschnittsnote des Assessmentverfahrens. Für die Übertragung eines Amtes im Schulaufsichtsdienst kommen ausschließlich Bewerberinnen und Bewerber in Betracht, deren Durchschnittsnote im Assessmentverfahren besser als 2,5 ist.

d) Gesamtergebnis

Aus den beiden im Verfahren nach Buchstabe c Doppelbuchstabe cc ermittelten Durchschnittsnoten wird mit gleicher Gewichtung die jeweilige Gesamtnote ermittelt. Den Bewerberinnen und Bewerbern wird das Gesamtergebnis unter Beifügung des Eignungsberichts schriftlich bekannt gegeben; eine Fassung des Eignungsberichts wird zur Personalakte genommen.

Bei Bewerberinnen und Bewerbern, die bereits ein Amt im Schulaufsichtsdienst innehaben, nimmt die Kommission ihre Bewertung auf der Grundlage der dienstlichen Beurteilung und der im Assessmentverfahren erzielten Durchschnittsnote vor. Das Ergebnis ist zu begründen.

Sofern die Eignung nicht festgestellt werden konnte, behält diese Feststellung bei weiteren Bewerbungen ein Jahr lang ihre Gültigkeit. Bei einer Bewerbung nach Ablauf eines Jahrs ist jeweils das vollständige Eignungsüberprüfungsverfahren zu durchlaufen, es sei denn, die Bewerberin oder der Bewerber befindet sich bereits in einem Amt des Schulaufsichtsdienstes.

3. Auswahlentscheidung, Qualifizierung, Feststellung der Eignung, Beförderung

a) Auf der Grundlage der Gesamtnoten nach Nr. 2 Buchstabe d wird vom Kultusministerium jeweils die am besten geeignete Bewerberin oder der am besten geeignete Bewerber für den konkret zu besetzenden Dienstposten ausgewählt. Die nicht berücksichtigten Bewerberinnen und Bewerber werden durch das Kultusministerium benachrichtigt.
Nach einer vierzehntägigen Wartefrist wird der ausgewählten Bewerberin oder dem ausgewählten Bewerber durch das Kultusministerium nach ggf. zuvor erfolgter Abordnung der Dienstposten einer Regierungsschuldirektorin oder eines Regierungsschuldirektors bzw. einer Leitenden Regierungsschuldirektorin oder eines Leitenden Regierungsschuldirektors übertragen. Mit Übertragung des Dienstpostens beginnt die sechsmonatige Erprobungszeit gemäß § 20 Abs. 2 NBG i.V.m. § 10 Abs. 1 Satz 2 NLVO. Anstelle der Erprobungszeit ist für Bewerberinnen und Bewerber, die bereits ein Amt innehaben, das von der Wertigkeit her dem angestrebten Amt entspricht, eine Einweisungszeit von ebenfalls sechs Monaten abzuleisten (§ 13 Abs. 4 Satz 3 NLVO-Bildung).
b) Eine gemäß Abschnitt II Nr. 1 Buchstabe b oder Nr. 3 erforderliche Qualifizierung ist im Rahmen der Erprobungs- oder Einweisungszeit abzuleisten.
c) Rechtzeitig vor Ablauf der Erprobungs- oder Einweisungszeit trifft die jeweils zuständige Dezernatsleitung der Niedersächsischen Landesschulbehörde oder die zuständige Abteilungsleitung des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung auf der Grundlage der Tätigkeit während der Erprobungs- oder Einweisungszeit und unter Berücksichtigung des Qualifizierungserfolges eine Aussage darüber, ob die Beamtin oder der Beamte die Eignung für den Schulaufsichtsdienst unter Beweis gestellt hat. Die Ernennungsbehörde prüft unter Berücksichtigung dieser Aussage, ob die Erprobungs- oder Einweisungszeit erfolgreich abgeschlossen ist. Für den Fall, dass die Qualifizierung gemäß Anlage 1 oder 2 nicht erfolgreich abgeschlossen wird, kann sie einmal wiederholt werden. Hierzu wird die Erprobungszeit gemäß § 10 Abs. 1 Satz 3 NLVO entsprechend verlängert; dies gilt auch in Bezug auf die Einweisungszeit (§ 13 Abs. 4 Satz 4 NLVO-Bildung).
d) Ist die Eignung der Beamtin oder des Beamten festgestellt worden, wird ihr oder ihm nach Ablauf der Erprobungs- oder Einweisungszeit von der Ernennungsbehörde das entsprechende Amt im Schulaufsichtsdienst übertragen.
e) Geeignete Bewerberinnen und Bewerber, die im Auswahlverfahren nicht berücksichtigt werden konnten und weiterhin an einem Einsatz im Schulaufsichtsdienst interessiert sind, können sich innerhalb eines Jahres nach erfolgter Auswahlentscheidung auf weitere Ausschreibungen hin bewerben, ohne erneut an der Eignungsüberprüfung gemäß Nr. 2 Buchstabe b Doppelbuchstaben aa bis cc teilzunehmen.

IV. Schlussbestimmungen

Dieser RdErl. tritt am 1.9.2010 in Kraft. Der Bezugserlass tritt mit Ablauf des 31.8.2010 außer Kraft.

[ alter Erlass (Bezugserlass) ]


Anlage 1

Qualifizierung der vom Kultusministerium für den Schulaufsichtsdienst in der Niedersächsischen Landesschulbehörde ausgewählten Beamtinnen und Beamten gemäß § 12 NLVO i.V.m. § 13 NLVO-Bildung.

Beamtinnen und Beamte, denen erstmalig ein Amt im Schulaufsichtsdienst bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde (NLSchB) übertragen werden soll, durchlaufen während der mindestens sechsmonatigen Erprobungs- bzw. Einweisungszeit eine Qualifizierung.

Während der Erprobungs- bzw. Einweisungszeit werden die Beamtinnen und Beamten durch ihre Dienstvorgesetzte bzw. ihren Dienstvorgesetzten und durch eine Mentorin bzw. einen Mentor aus dem Amtsbereich begleitet.

Im Rahmen der Qualifizierung werden spezifische Kompetenzen gefördert, um den Perspektivwechsel von der Schule, dem Studienseminar oder der Schulinspektion beim Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) zur NNLSchB zu ermöglichen und die Beamtinnen und Beamten in die spezifischen Anforderungen der Tätigkeit des Schulaufsichtsdienstes einzuführen. Grundlagen der Qualifizierung sind die im Niedersächsischen Schulgesetz bestimmten Aufgaben der Schulbehörden, die Regelungen für die Eigenverantwortliche Schule und für die Regionalen Kompetenzzentren im berufsbildenden Bereich.

Neben fach- und schulformspezifischen Kenntnissen benötigen die für den Schulaufsichtsdienst ausgewählten Beamtinnen und Beamten für ihre Tätigkeit Kompetenzen in den nachfolgenden Bereichen:

- Ziele und Aufgaben der Schulaufsicht sowie ihre Funktion und Stellung zwischen Schule und Kultusministerium (MK) und gegenüber dem Schulträger
- Aufbau und Organisation, Arbeitsabläufe und Geschäftsprozesse in der NLSchB
- Grundlagen des Dienst-, Verwaltungs- und Schulrechts
- Personalführung
- Qualitätsmanagement- und Evaluationsverfahren als Instrumente der Schulentwicklung
- Arbeitsstrukturen und Aufgabenwahrnehmung im MK und seinen nachgeordneten Bereichen

Die Qualifizierung der Beamtinnen und Beamten beinhaltet unterschiedliche Module, aufgeteilt auf zwei Abschnitte. Sie ist bis zum Ende der Erprobungs- bzw. Einweisungszeit abzuschließen.

Abschnitt I besteht aus einer Einführungsphase mit Informationen über Grundlagen und Arbeitsweisen der Schulaufsicht und wird durch eigenverantwortliche Tätigkeit am Arbeitsplatz ergänzt.

Abschnitt II besteht aus Hospitationen, Erledigung dienstlicher Tätigkeiten unter Begleitung und Anleitung, Vermittlung von Informationen über die Zusammenarbeit mit anderen Behörden sowie über die Qualitätsentwicklung von Schulen.

Die Planung von Ablauf und Anlage der Qualifizierung obliegt dem bzw. der jeweiligen Dienstvorgesetzten. Bei der Durchführung der Qualifizierung kann das NLQ die NNLSchB unterstützen.

Die Beurteilung der Bewährung enthält eine Aussage über die erfolgreiche Ableistung der Qualifizierungsmaßnahmen und die Eignung der Beamtin bzw. des Beamten.

- Inhalte der Qualifizierung -

Abschnitt I
(Einführungsphase, zehn Tage)

  1. Niedersächsische Landesschulbehörde
    - Aufgaben und Organisation der Behörde und des jeweiligen schulfachlichen Dezernats
    - Grundlagen von Verwaltungsarbeit
    - Arbeitsabläufe und Geschäftsprozesse der NLSchB
  2. Ziele und Aufgaben der Schulaufsicht in Niedersachsen
    - Dienst-, Rechts- und Fachaufsicht
    - Unterrichtsversorgung; Ressourcensteuerung
    - Schulaufsichtliche Begleitung und ggf. Initiierung von schulischen Qualitätsprozessen
    - Beschwerde- und Konfliktmanagement
    - Personalgewinnung, -entwicklung und -auswahl schulischer Führungskräfte

Abschnitt II

  1. Arbeitsstrukturen, Aufgabenwahrnehmung und Zusammenwirken des MK und seiner nachgeordneten Behörden
    - MK (Hospitation im MK, grundsätzlich mit Teilnahme an einer Dienstbesprechung)
    - NLQ (Teilnahme an einer Schulinspektion; Hospitation und Informationen über Qualifizierung und Fort- und Weiterbildung, 1 Tag)
  2. Schulaufsicht und Schulträger
    - Zuständigkeiten und Aufgaben des Schulträgers
    - Verhandlungen mit dem Schulträger
  3. Schulqualität und Evaluation
    - Einführung
    (Informationsveranstaltung im NiLS, zwei Tage)
    - Schulqualität – Unterrichtsqualität
    - Qualitätsmanagement: Ziele und Verfahren
    - Evaluationsverfahren und -instrumente
    - Daten- und Dokumentenanalyse
    - Statistische Daten zur Unterrichtsversorgung
    - Steuerung mit Hilfe von Kennzahlen
    - Schulische Dokumente (Schulprogramm; pädagogische Konzepte; Vereinbarungen)
    - Vergleichs- und Abschlussarbeiten
    - Inspektionsberichte
    - Vorbereiten und Führen eines Zielvereinbarungs- bzw. Auswertungsgespräches mit einer Schule
  4. Personalführung
    - Dienstliche Beurteilung (anlassbezogen)
    - Vorbereitung, Leitung und Nachbereitung einer Dienstbesprechung

Anlage 2

Qualifizierung der vom Kultusministerium für den Schulaufsichtsdienst in der Schulinspektion beim Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung ausgewählten Beamtinnen und Beamten gemäß § 12 NLVO i.V.m. § 13 NLVO-Bildung.

Beamtinnen und Beamte, denen erstmalig ein Amt im Schulaufsichtsdienst in der Schulinspektion beim Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) übertragen werden soll, durchlaufen während der mindestens sechsmonatigen Erprobungs- bzw. Einweisungszeit eine Qualifizierung.

Im Rahmen der Qualifizierung werden spezifische Kompetenzen gefördert, um den Perspektivwechsel von der Schule, dem Studienseminar oder der Tätigkeit als schulfachliche Dezernentin oder schulfachlicher Dezernent bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde (NLSchB) zur Schulinspektion beim NLQ zu ermöglichen und die Beamtinnen und Beamten in die spezifischen Anforderungen der Tätigkeit der Schulinspektion einzuführen. Grundlagen der Qualifizierung sind die im Niedersächsischen Schulgesetz bestimmten Aufgaben der Schulbehörden, die Regelungen für die Eigenverantwortliche Schule und für die Regionalen Kompetenzzentren im berufsbildenden Bereich.

Die Inspektorinnen und Inspektoren der Schulinspektion benötigen dazu Kompetenzen in nachfolgenden Bereichen:

- Qualitätsmanagement- und Evaluationsverfahren als Instrumente der Schulentwicklung
- Aufgabenverteilung zwischen MK und seinem nachgeordneten Bereich
- Aufgabe der Schulinspektion
- Verfahren und Instrumente der Schulinspektion
- Analyse von schulischen Daten und Dokumenten
- Kriterien für Schul- und Unterrichtsbeurteilungen
- Gesprächsführung
- Dokumentations- und Präsentationstechniken
- Rolle der Schulträger
- Arbeitsweise der Inspektionsteams

Die Qualifizierung wird über die Dauer der Erprobungs- bzw. Einweisungszeit verteilt und von einem Qualifizierungsteam begleitet. Sie ist bis zum Ende der Erprobungs- bzw. Einweisungszeit abzuschließen. Die Planung des Ablaufs der Qualifizierung obliegt der Leitung des NLQ.

Die Qualifizierung besteht aus Schulungsmaßnahmen im Umfang von mindestens zwölf Tagen zu den nachfolgend dargestellten Inhalten sowie daran anschließender Teilnahme an Inspektionen mit sukzessiver Übernahme von Inspektionsaufgaben. Abschließend ist eine qualifizierende Ausbildungsinspektion erfolgreich abzuleisten.

Ausbildungs- und Qualifizierungsinhalte:

  1. Schulinspektion in Niedersachsen
    -

    – Aufgaben, Arbeitsstrukturen und Qualitätsmanagement der Schulinspektion beim NLQ

    -

    – Die Rolle der Schulinspektorin und des Schulinspektors

    - Rollenverständnis
    - Arbeit im Inspektionsteam
    -
    - Arbeitsteilung
    - Organisation der Zusammenarbeit
    - Konfliktmanagement
    - Selbstreflexion, Rechenschaftslegung
    - Ablauf der Schulinspektion (Drehbuch) und Verfahrensgrundsätze; rechtlicher Rahmen
    - Leitbild Eigenverantwortliche Schule
    - Aufgaben und Arbeitsstrukturen des MK und seiner nachgeordneten Bereiche
    - Aufgaben der Schulträger
  2. Schulqualität und Evaluation
    - Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen
    - Kriterien und Indikatoren der Schulinspektion
    - Verfahren schulischer Selbstevaluation (SEIS, PQM, EFQM u.a.)
    - Systemmonitoring
  3. Unterrichtsbeobachtung und -bewertung
  4. Daten- und Dokumentenanalyse
    - Auswertung statistischer Daten (Schulstatistik)
    - Analyse schulischer Dokumente
    - Schulprogramm
    - Pädagogische Konzepte
    - Schulische Vereinbarungen
    - Bewertung schulischer Selbstevaluation
    - Auswertung von Vergleichsuntersuchungen und Tests
  5. Arbeitstechniken
    -

    – Gesprächsführung

    - Moderation von Gesprächsgruppen
    - Arbeit mit Leitfragen
    - Interviewtechniken
    - Präsentation und Dokumentation von Inspektionsergebnissen
    - Rückmeldung des Inspektionsergebnisses
    - Erstellung des Inspektionsberichts
    - Dokumentation
    - Technische Hilfsmittel
    - Telearbeit
    - Standardprogramme und ihre spezifische Verwendung in der Inspektion
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